WENN DIE NAHRUNG ZUM FEIND WIRD

Habt ihr euch jemals gefragt, ob das was ihr esst euch krank machen könnte? Ehrlich gesagt habe ich mir zwar schon immer Gedanken über meine Ernährung gemacht, aber dass mich das Essen wirklich krank machen könnte, darüber habe ich nie einen Gedanken verloren. Wenn mir Personen erzählten, dass sie allergisch auf dies und jenes reagierten, habe ich das immer akzeptiert. Wobei  darunter auch wirklich skurrile Nahrungsunverträglichkeiten waren, die man kaum glauben konnte. Nun stehe ich selber vor einem Nahrungsproblem. Ich hatte zwar schon immer einen sensiblen Bauch und jeglicher Streß schlug mir im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen, aber mit diesem Fiasko hätte ich niemals gerechnet. Vor einigen Jahren hatte ich erst einen Test über mich ergehen lassen, da mir sehr oft bei Milch übel wurde. Ich war aber nicht großartig allergisch auf Milchzucker. Nur Süßstoff ist nicht so mein Freund. Im Laufe der Zeit litt ich aber schon an ein paar Unverträglichkeiten, die ich nicht wirklich identifizieren konnte. Doch dann kam der Schlüsselmoment, wie man so schön sagt. Es war der letzte Tag im Radisson Blu und mir ging es hundsmiserabel. Ich hatte in der Nacht kaum ein Auge zugetan, so sehr war ich mit meinem Magen und Darm zugange.

Wenn die Nahrung zum Feind wird – Im wahrsten Sinne des Wortes!

Ich hatte an jenem Tag wirklich angenommen, ich litt an einem Magen-Darm-Infekt. Selbst die Ärzte glaubten das. Doch innerhalb von 3 Wochen war es wohl kaum möglich erneut daran zu erkranken. Das dritte Mal war so arg, dass ein Notarzt kommen musste. Wir waren brunchen gewesen und auf einmal drehte sich mir alles, mir wurde mulmig und anstatt das leckere Buffet zu geniessen verbrachte ich die meiste Zeit auf der Damentoilette oder an der frischen Luft. Das war der heftigste Anfall, den ich nach einem Essen erlebt hatte. Ich konnte nur noch liegen. Das Blut rauschte in meinen Ohren und ich dachte ich würde an einem Herzinfarkt sterben. Ich war zu nichts mehr in der Lage. Wieder einmal diagnostizierte ein Arzt ich würde an Magen-Darm leiden. Selbst am Folgetag nahm mein Arzt das nicht so ernst. Ich bestand aber auf eine Untersuchung. Der Termin war aber erst für Anfang Januar angesetzt.

Während der Feiertage ging es mir weiterhin schlecht. Egal was ich aß, es machte einfach keinen Spaß mehr. Beließ ich das Essen bekam ich nach einiger Zeit den bekannten Hungerschmerz im Magen. Ein ganz fieses Gefühl. Am 26.12 litt ich aber so heftig an Schmerzen auf der rechten Seite, dass ich echt Angst hatte, dass mir nun auch noch mein Blinddarm Ärger bereitete. Im Krankenhaus erfuhr ich recht schnell, dass möglicherweise an einer chronischen Magen-Darm-Entzündung, Reizdarm oder an Unverträglichkeiten litt. Das müsste jedoch aber genauer untersucht werden bei einer Endoskopie. Termin muss mit der zuständigen Abteilung ausgemacht werden. Vor Januar wird das eh nichts. Man gab mir erstmal ein paar Tabletten für den Notfall. Bis zu meinem nächsten Termin wird Iberogast mein bester Freund sein.

In der kurzen Zeit habe ich erfahren, dass nahezu jeder Dritte in Deutschland an so etwas leidet. Tendenz steigend. Auslöser sind meist Nahrungsunverträglichkeiten und Streß. Wundern darf es einen nicht. Wir leben in einer Gesellschaft, die sich selber viel zu viel Stress macht. Selbst unsere Nahrung wird Dank der Industrie verfälscht und uns schmackhaft gemacht durch Geschmacksverstärker und anderen Zusatzstoffen. Ein Hoch auf unsere Industrie. Obwohl ich zu der Sorte gehöre, die ihr Essen frisch zubereitet und Fertigessen so gut es geht meidet, kommt es ab und an dennoch vor, dass auch ich mir mal schnell eine Pizza aufwärme. Natürlich gehe ich auch gern ins Restaurant. Man weiß selbst dort nicht, ob da alles immer frisch und ohne Zusatzstoffe zubereitet wird.

Durch Zufall hab ich neulich eine Dokumentation zum dem Thema Ernährung und Alterungsprozess gesehen. Man zeigte die Länder an, wo Menschen besonders alt werden. Auf Sardinien leben die ältesten Menschen aus Europa. Hier kann man bis zu 135 Jahre alt werden. Die Inselbewohner führen ein sehr traditionelles Leben. Sie arbeiten bis ins hohe Alter. Meist lebt man von der Landwirtschaft. Gegessen werden einfache Speisen. Alles wird jedoch stets frisch zubereitet. Das Geheimnis ihrer Gesundheit und das hohe Alter sind einfach erklärt.

Die vier Bausteine, die Gesundheit ausmachen:

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Psyche
  • Umfeld

Eigentlich logisch, oder? Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass wir oft gar nicht mitbekommen, dass diese 4 Bausteine nicht im Gleichgewicht sind. Für mich persönlich habe ich also festgelegt:

Ernährung: Weiterhin frisch einzukaufen, aber ein Lebensmitteltagebuch zu führen, um die Produkte aus meiner Ernährung zu entfernen, die mir schaden. Restaurants zu meiden, wo ich weiß, dass man dort nicht frisch kocht. In Restaurants nachzufragen, ob hier Zusatzstoffe verwendet werden. Soweit es geht glutenfreie Produkte verwenden. Denn Gluten sind Bestandteile, die in vielen Getreideprodukten vorkommen und die Darmzotten verkleben. Das ist oft das Hauptproblem bei einer chronischen Magen-Darm-Entzündung.

Bewegung: Aufgrund meines dritten Bandscheibenrückfalls und der akkuten Magenproblematik konnte ich einige Zeit nicht dem Sport so nachgehen, wie ich es gern gewollt hätte. Doch gerade dann soll man sich aufraffen. Lange Spaziergänge sollen die Verdauung vorantreiben. Ich habe mich also mittlerweile wieder gezwungen aktiver zu werden. Es stimmt auch wirklich, dass es hilft!

Psyche: Ein großer Faktor der den Körper mitbeeinflusst. Wenn man in kurzer Folge sich verschiedenen stressigen Situationen aussetzt, ob gewollt oder ungewollt, kann das ebenso dem Körper zusetzen. Ich gehöre leider auch zu der Kategorie, die sich oft verrückt macht. Obwohl ich Yoga praktiziere, muss ich noch hart an mir arbeiten, damit das Gelassenheitsprinzip von mir Besitz ergreift.

Umfeld: Das Umfeld bestimmt größtenteils unser Leben mit. Familie, Freunde, Arbeit, die Umgebung und die Hobbies. Es ist nicht einfach sich von dem gewohnten Umfeld zu lösen, um seine Lebensweise zu verändern. Wer Veränderung will oder es aufgrund der gesundheitlichen Verfassung muss, sollte sich genau überlegen was er verändern möchte an sich und an seiner Umgebung. Wie gesagt, es ist nicht immer leicht.

Wie überzeuge ich meinen Magen davon, dass die Nahrung nicht der Feind ist?

Es ist immer gut, wenn man neben den Ärzten noch eine vertraute Person hat, die das wissen könnte. In meinem Fall ist es meine Mama. Sie hat vor über zwei Jahren ähnliches Dilemma durchlaufen. Sie wusste somit recht gut, welche Produkte magenschonend sind.

Magenfreundliche Produkte

  • Zwieback
  • Glutenfreies Brot und andere glutenfreie Produkte
  • Wasser
  • Fenchel, Anis, Kümmel, Kamillen Tee
  • Bananen
  • Kartoffeln
  • gekochte Karotten
  • Magarine
  • Iberogast vor den Mahlzeiten 20 Tropfen
  • Wärmflasche auf den Bauch

In der ersten Zeit hat mir das gut geholfen. Vorallem die Tropfen und die Wärmflasche haben zusätzlich meinen Bauch beruhigt.

Produkte die man meiden sollte

  • Kaffee
  • Süßigkeiten
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Pfefferminztee
  • Kohl
  • scharfes Essen
  • säurehaltiges Essen
  • Milchprodukte
  • Alkohol
  • Zigaretten

Die beiden letzten Punkte sind für mich weniger relevant, da ich nicht rauche und so gut wie nie Alkohol trinke. Am schwersten fällt es mir auf meinen Cappucchino zu verzichten. Ich bete, dass ich den irgendwann wieder trinken kann! Besonders der Karamell Macchiato wird mir fehlen! Ich bete derweil, dass das Ergebnis nicht allzu lange auf sich warten lässt und ich nach geraumner Zeit wieder nahezu alles essen darf.

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12 Comments

  • Oh man Kleene, das liest sich ja heftig. Ich hoffe, dass bald herausgefunden wird, was mit dir los ist. Bis dahin schone dich ein bisschen & Pass auf dich auf.

  • Jaaa, das ist auch voll unschön! Meine Kollegin vermutet, dass ich Gluten nicht vertrage, denn wenn man das auch noch in Kombi mit Produkten ist, die den Blutdruck senken kippt man um und hat richtig arg mit dem Kreislauf zu tun. Sie leidet daran nämlich und es würde zu der Schilddrüsenunterfunktion passen. Ich bin gespannt was die Ärzte noch so heruasfinden. Im Moment gehören zu meinen engsten Freunden, dass Bett und Sofa :/ Danke für deine lieben Worte! 🙂

  • Kenn ich leider nur zu gut – hab seit 7 Jahren solche Probleme. Wurde vor kurzem mit einer Fruktose und Laktoseintoleranz diagnostiziert und hatte schon Hoffnung, dass es besser wird – Pustekuchen. Ich werde nicht aufhören zu suchen, bis die was finden. Mein neuester Verdacht ist ein Leaky Gut. Und ja – bei Darmbeschwerden musst du Theorien aufstellen, dich selbst informieren und selbst Tests verlangen, denn die Ärzte sind leider meistens Hoffnungslos überfordert.

  • Mein Märtyrium begann vor sieben Jahren. Ich habe den Keuchhusten bekommen und seitdem leide ich angeblich unter allergischem Asthma. Vor zwei Jahren hat dann meine Verdauung zu spinnen begonnen und ich lag mit einer fiesen Gastritis im Krankenhaus. Ich habe bis heute Probleme. Ich esse täglich nach jedem Essen ein Stückchen Lakritz, das nimmt mir schonmal etwas die Pein. Lakritz ist ja angeblich gut für den Magen und seitdem ich das praktiziere (nicht das günstige Laktritz von Haribo oder Katjes) kann ich mittlerweile sogar wieder Milchprodukte in moderaten Mengen essen. Mein Körper spinnt noch, ich kann nicht alles essen, aber es ist nun auf einem erträglichen Maß und ich hoffe, dass es noch so bleibt. Ich kann übrigens nach 6 Jahren neuerdings wieder Karamell Macchiato trinken, ohne zu erbrechen, ohne Durchfall. Zwar nur einmal im Monat oder alle zwei Wochen mal, aber es ist toll…Übrigens, ich habe überhaupt keine Schilddrüse mehr und bin richtig eingestellt, daran muss es nicht unbedingt liegen.

  • Oh, das klingt auch nicht so schön. Mensch, du hast ja echt viel durchgemacht. Das mit der Larkritze wusste ich gar nicht. Das werde ich auch einmla versuchen. Aber das die Ärzte dir da auch nicht so gut helfen konnten, ist echt schade. Aber mir wurde gesagt, dass sei eh ziemlich schwierig, wenn es um Reizungen, Allergien oder chronischen Erkrankungen geht. Ich wünsche dir, dass das bald wieder ganz weggeht!

  • Ohje seit 7 Jahren! Du Arme. Das ist wirklich schlimm, dass die Ärzte bei so etwas so überfordert sind. Gerade wo die Unverträglichkeiten aus dem Boden zu schiessen zu scheinen. Im Moment verzichte ich auf total vieles und teste herum. Ich habe auch den nächsten Test schon angefordert, weil das Leiden ist echt nervig 🙁 Ich wünsche dir aber das es besser wird! Leaky Gut kannte ich gar nicht bisher.

  • Ich hoffe, das wird wieder – aber Dein Ansatz, die verschiedenen “Elemente” ins Gleichgewicht bringen zu wollen, ist wohl richtig. Wobei “Umgebung” ja einen ziemlich großen Bereich umfasst. Alles Gute!
    Vielleicht auch nicht verkehrt: Mal schauen, was Dir fermnentierte Lebensmittel an Vorteilen bringen können (Yoghurt, Sauierkraut – frisches!!) – denn da hab en die (Lakto-) Bazillen schon einiges an Arb eit geleistet, um uns die Verdauung zu erleichtern.

  • Hallo,
    ich weiß, dass sind die Erfahrungen, die sich keiner wünscht. Aber manchmal führen sie einen zu mehr Lebensqualität. Bei mir ging es mit einer Allergie los und ich habe meine Ernährung komplett umgestellt und fühle mich viel besser und möchte nicht mehr zurück. Der Körper gewöhnt sich an sehr viel – gib ihm Zeit. Ich dachte auch, ohne Cappuccino kann man nicht leben. Jetzt genieße ich meinen Lupinenkaffee, verzichte fast vollständig auf Milchprodukte und meide Zucker. Alles ist eine Frage der Gewöhnung und der Zeit. Lass dir Zeit und suche die Alternativen. Hier findest du ein paar Anregungen: http://www.wertdernatur.de
    VG und ein gutes neues herausforderndes Jahr,
    Michaela

  • Hallo Michaela,
    ich danke dir für die Worte und Mut machen! Ich wünsche mir das auch, dass ich durch die Umstellung eine bessere Lebensqualität erreiche. Sehr gern schaue ich auf der Seite vorbei. Hab ein frohes neues Jahr! 🙂

  • Huhu,
    das liest sich ja echt nicht toll! Ich drücke dir die Daumen, dass der “Feind” gefunden wird. Ich selbst habe lange vermutet, dass ich an einer Glutenunverträglichkeit leide (im Eigenversuch ohne Gluten geht es mir zumindest besser), aber die Endo hat ergeben, dass mein Darm ganz ist und ich keine Zöliakie habe. Nun muss ich mich mal aufraffen, einen Weizentest machen zu lassen – um das auszuschließen. Dann gibt es noch die Glutensensitivität, die man nicht nachweisen kann. Aber in so einem Moment wünscht man sich kaum etwas mehr (außer vielleicht das Aufhören der Schmerzen), als dass ein Grund gefunden wird, damit man es “besser” machen kann. Viel Erfolg!
    und liebe Grüße,
    Melli

  • Ich danke dir! Am Freitag wird bei mir erneut Blut abgezapft, um zu sehen, ob es eine Glutenunverträglichkeit ist und einige andere Allergien kann man wohl auch noch im Blut nachweisen. Wenn das nichts bringt, wird der Endoskopie Termin festgemacht. Ich bin auch gespannt was das wird. Vorallem ist das so doof immer in der Tasche mit Medikamenten herumzurennen gegen Übelkeit und gegen Magenkrämpfe. Ich wünsche dir aber auch gute Besserung und das man dir hilft! :)http://www.strasskind.com/wp-admin/edit-comments.php#comments-form

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