VERRÜCKTE SCHRITTE

Welcher Schuh darf es denn heute sein? Der elegante Pump, der zu jedem Büro-Outfit passt oder lieber die Stiefelette mit kleinem Absatz? Optisch sind beide ein Hingucker. Aber nach einem langen Tag sehnt man sich danach sie von sich zu streifen. Man muss bedenken, dass wir mehr als 10 Stunden unsere Füße in Schuhe zwängen. Selten achten wir beim Schuhkauf darauf, ob ein ordentliches Fußbett vorhanden ist. Es gäbe auch die Möglichkeit passend eine Einlage dazu zu kaufen. Meist denkt man aber gar nicht erst daran. Abends wenn wir zur Ruhe kommen macht sich ab und an mal ein Wehwehchen bemerkbar. Wirklich darüber nachdenken, woher denn genau die Schmerzen kommen tun wir selten. Man nimmt es einfach mal so hin. Der Schmerz wird schon von alleine aufhören. Irgendwann ist der Schmerz dann doch hartnäckiger. Missmutig macht man sich auf den Weg zum Orthopäden.

In meinem Falle war es ähnlich. Ich ignorierte den Schmerz einfach. Es war mir völlig egal, ob meine Ferse schmerzte oder ich einen Krampf im Fuß bekam bis zu jenem Tag! Ein völlig neuer Schmerz durchfuhr meine Zehen so stark, dass ich nicht mehr im Stande war mich zu bewegen. Ein einziger Schritt war wie die Hölle auf Erden. Ich musste mich meiner Schuhe ganz behutsam entledigen. Langsam versuchte ich meine Zehen zu bewegen. Es schien mir ewig zu dauern bis ich wieder schmerzfrei gehen konnte. Der stechende Schmerz rührte vom Knochen her und da bekam ich ein wenig Panik. Zu Liebe meiner Füße marschierte ich dann doch zu einem Facharzt. Dieser hatte sofort die Lösung parat – Einlagen für die Schuhe nach orthopädischem Maß. Gott sei Dank befand sich der Einlagen Macher gleich neben an. Rezept eingereicht und sofort wurde ich gebeten mich meiner Fußbekleidung zu entledigen. Da kam die Einlagendame gleich mit einem rosafarbenen Kasten auf mich zu. Ich musste dann diesen merkwürdigen Kasten aus styropor ähnlichem Material erklimmen. Beide Füße versanken in dem Rechteck und ich musste mich so zusammen reißen nicht loszulachen. Es kitzelte ganz schön. Ich war froh als der Abdruck fertig war. Ich erhielt nur noch meinen Abholschein für 2 Paar Einlagen. Das eine Paar war für normale Schuhe und das andere für meine Sportschuhe.

Während meiner Schmerzperiode musste ich mich nun intensiv mit dem Thema Einlagen und Schuh befassen. Ich erfuhr, dass man im Grunde jedes Paar ohne Fußbett mit diesen Einlagen tragen konnte. Da es heutzutage auch flexible Pumpseinlagen gibt, kann man damit auch High Heels ausführen.Man kann sie auf den Schuh passend zurechtschneiden, doch für manche Schuhe werden sie dennoch ungeeignet sein. Ist die Einlage zu dick, wird der Fuß schlupfen. Das wäre äußerst unangenehm. Ich habe die Einlagen mit meinen flachen Pumps getestet. Ich habe mir zwischendurch Patex herbei gewünscht, um meine Ferse an den Schuh festzukleben. Nur damit ich nicht die Pumps verliere. Krampfhaft habe ich versucht mit meinen Hacken und den Zehen mich an den Schuh zu krallen. Am Abend ging es meinen Füßen gar nicht gut. Resultat – ich werde meine Einlagen zum nächsten Schuhkauf mitschleppen.

Das Thema korrektes Schuhwerk ist schon ein ziemlich alter Hut. Aber wir haben im Laufe der Jahre immer wieder Phasen, wo man mehr oder weniger auf die Gesundheit der Füße achtet. Im Jahre 1930 war der deutschen Regierung die Fußorthopädie ein besonders wichtiger Faktor bei der Gesundheitserziehung der Kinder. Man wusste schon damals, dass Plattfüße eine reine Muskulaturschwäche sind, die es schon im Kindesalter zu vermeiden galt durch Barfußlaufen auf weichen Naturböden, um einen Senkfuß gar nicht erst entstehen zu lassen. Ganz vermeiden ließ sich ein Senkfuß nicht und so wurden an die 25% der Jugendlichen mit Einlagen therapeutisch versorgt. Für Knick – und Senkfüße wurde festes Schuhwerk mit einer Metalleinlage verschrieben, die half, aber nicht dazu beitrug die Muskulatur zu trainieren. Es wurde deshalb angeraten zusätzlich Fußgymnastik zu betreiben. In den 60er Jahren entwickelte man thermoplastische Einlagen aus Plexidur, diese lösten die Metalleinlagen ab. Ab den 70 er Jahren wurden meist nur noch Plexi-, Leder-, oder Korkeinlagen verschrieben. Als die Schuhindustrie boomte und es Babyschühchen zu kaufen gab, wurde fast jedem Kleinkind welche verpasst. Leider achtete man nicht mehr so genau auf die Fußgesundheit und es wurde immer mehr zur Nebensache.

Erst in den letzten Jahren wurde verstärkt die Einlage beim Kauf eines Schuhs wieder angeboten. Der Markt hat wohl entdeckt, dass mehr Menschen als zuvor Einlagen benötigen und über Fußprobleme klagen. Wer Probleme hat, sollte zuvor sich einem Test unterziehen, um nachher die richtigen Einlagen auszuloten. Falsches Schuhwerk sowie falsche Einlagen können alles nur noch verschlimmern. Wer einen guten und kompetenten Orthopäden in Hamburg benötigt, dem kann ich Dr. Med. Albrecht Wittig ans Herz legen. Ich habe dort sehr schnell einen Termin erhalten.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Mir passiert es zu oft, dass ich annehme ich hätte nun den perfekten Schuh gefunden und erst später feststellen muß, dass ich mir wieder einen wunderschönen Schmerztreter zugelegt habe.

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