WER BIN ICH?

Ich glaube jeder kommt im Leben einmal an dem Punkt an dem er sich fragt, ob das schon alles gewesen ist. Man hinterfragt sein komplettes Leben und seine Daseinsberechtigung.

Wer bin ich? Was will ich, und wohin will ich?

Die letzten Jahre habe ich immer gehofft, dass sich alles schon irgendwie fügen wird. Ich habe auf Worte von Freunden vertraut, die sagten: „Das wird schon! Du wirst schon deinen Weg machen! Du musst nur daran glauben!“

Weise Worte. Mein Innerstes zweifelte jedoch stark daran, dass sich alles schon irgendwie fügen würde. Im Laufe der Jahre durchlief ich viele Emotionen. Mein Dasein war mehr geprägt von Enttäuschungen, Niederschlägen, Verlusten und Ängsten. Beruflich und Privat durchlief ich die Achterbahn meines Lebens.

Ich war mehr darauf fokussiert, was alles schief lief. Meine Sichtweise war nur noch offen für all das Negative, was um mich herum geschah. Ich war gefangen in meinem persönlichem Albtraum. Ich konnte keinen positiven Gedanken mehr fassen. Zu jener Zeit befand ich mich in einer Extremsituation.

Die Abwärtsspirale lockte immer weiter. Ich vergoss etliche Tränen und hasste mein Schicksal. Ich empfand die Welt als ungerecht. Ich litt sehr stark an Depressionen und es gab Momente an denen ich mir den Tod sehnlichster wünschte als dieses verhasste Leben zu führen. Vier Jahre lang dachte ich täglich an Selbstmord. Es schien viel einfacher zu sein, ein Leben aufzugeben als jeden Tag zu leiden. Ich wollte einfach nicht mehr diesen innerlichen Schmerz spüren.

Liebe mich am Meisten,

wenn ich es am Wenigsten verdiene,

denn dann brauche ich es am Nötigsten.

Ich glaubte schier verrückt zu werden durch diese Melancholie, die an mir nagte. Ich wusste einfach nicht, wie ich mein Gefühl und mein Leben zurecht rücken sollte.

Auf den vier Jahren folgten weitere vier Jahre an denen ich mich innerlich tot fühlte. Ich hatte mir so sehnlichst herbei gewünscht nichts mehr zu empfinden, dass dies eintrat. Zu Beginn fühlte es sich wie eine Erlösung an. Endlich war dieser Schmerz weggespült. Ich begann wie ein Roboter zu funktionieren. Mir war es einfach unmöglich geworden Freude, Trauer, Lust oder irgend eine andere Emotion zu empfinden. Ich spürte nichts. Wenn das Leben bedeuten sollte, wollte ich lieber tot sein. Es ergab nichts mehr einen Sinn. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wurde immer größer.

Ich las viele Bücher und durchforstete das Internet. Mein Umfeld konnte ich mit meinem Inneren nicht wirklich konfrontieren. Ich unternahm einige Versuche.

Letztendlich begab ich mich in therapeutische Hände. In der Hoffnung, man könnte mir helfen den richtigen Weg zu finden. Die Therapie erzielte nicht den gewünschten Erfolg und sie musste nach einem Jahr abgebrochen werden, weil meine Therapeutin in Rente ging. Ich befand mich immer noch in dieser Endlosschleife. Damit die negativen Gedanken mich nicht wieder einholten, beschäftigte ich mich rund um die Uhr bis ich abends erschöpft ins Bett fiel. Ich trieb viel Sport und ernährte mich immer gesünder. Eine Zeit lang suchte ich sogar das Solarium auf.

Das künstliche UV-Licht wirkte sich positiv auf meine Stimmung aus. Langfristig war das aber keine Option für mich, da diese Variante den Hautalterungsprozess vorantreibt. Also stieg ich später auf D3 Pillen und B12 um. Ich konnte bis zu einem gewissen Grad Einfluß auf meine Stimmung nehmen. Eine gesunde Lebensweise und ein positives Umfeld verstärken die eigenen positiven Gedanken. Bücher und Yoga halfen mir ebenfalls die innere Balance wiederzufinden. Jahre später befinde ich mich nun wieder an jenem Punkt, denn die Frage „Wer bin ich“ wurde mir bis heute nicht beantwortet.

Ich habe zwar mein Leben mit all meinen Emotionen zurück, aber ich habe mich nicht wirklich mit meinen Fragen auseinander gesetzt. Wer bin ich? Was will ich? Wohin will ich? Und viel schlimmer ist eigentlich, dass ich noch immer nicht glücklich und zufrieden mit meiner Lebenssituation bin. Ich habe lediglich mein Leben angenommen und akzeptiert.

Seit Jahren habe ich Träume, Wünsche und Bedürfnisse, die ich nie zu 100% stillen konnte. Ich hatte gelernt, dass man nicht alles haben konnte, dass man mit dem zufrieden sein sollte was man hatte. Das konnte ich nie wirklich. Ich habe mich mit bestimmten Situationen einfach abgefunden. Ein fader Beigeschmack blieb trotzdem. Ich versuchte mir Jahrelang immer wieder zu sagen, „Sei zufrieden mit dem was du hast. Andere würden sich freuen so leben zu dürfen.“Es gab Momente da fühlte ich mich wirklich sehr undankbar.

Ich fragte mich, warum ich denn nicht einfach glücklich und zufrieden sein konnte mit der Situation. Einige kennen sicherlich das Gefühl, wenn man kurz davor ist etwas hinzuschmeissen. Es aber nicht macht, weil man nicht unüberlegt handeln möchte. Gerade Menschen mit einem starkem Sicherheitsempfinden haben einen langen Atem. Durchhalten bis gar nichts mehr geht. Aber warum bin ich so unzufrieden? Ich habe ein Leben geführt, wovon ich wusste, dass es relativ lukrativ und sicher sein würde.

Doch stellt sich die Frage, was will ich wirklich? Was bin ich bereit zu opfern? Sind es überhaupt Opfer, die ich bringe? Ich habe bei Google einfach meine Frage „Wer bin ich“ eingegeben und geschaut was passiert. In der Tat habe ich erstaunlich gute Artikel zu dieser Thematik gefunden. Nebenbei habe ich einen neuen Blog für mich entdeckt – Glücksdedektiv. Es ist viel mehr ein Ratgeberblog einer Psychologin. Besonders interessant fand ich ihren Artikel Wer bin ich wirklich.

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Ich denke. Wenn ich denke, dann existiert der Träger dieses Gedankens. Ich bin der Träger dieses Gedankens. Also existiere ich.

René Descartes

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6 Comments

  • Herzlichen Dank, dass du mich und meinen Artikel erwähnt hast.
    Ich freue mich sehr, dass du zu mir gefunden hast und wünsche dir alles Gute.

    LG, Katharina (aka Glücksdetektiv) 🙂

  • Ha! Glückdetektiv habe ich schon vor einigen Monaten auf Youtube entdeckt. Wusste gar nicht, dass die Dame einen Blog hat 🙂
    Schöne Videos, mit schöner ruhiger Stimme. Ich glaube sie studiert auch Psychologie. Das wissen kommt also nicht von ungefähr.

    Aber nun zu deinem Text: Gebe deine Träume nicht auf. Arbeite darauf hin. Es wird niemals verschenkte Zeit sein. Ich war auch in Therapie und meine Psychotherapeutin hat mir immer etwas wundervolles gesagt, was allein schon viel positives in mein Leben gebracht hat:
    Es gibt KEINE Probleme, wenn es ein Problem gäbe, dann kannst du es lösen. Und wenn du es nicht lösen kannst, ist es nicht dein Problem.

    Liebeskummer hatte ich auch, verletzt wurde ich auch, .. aber ich habe gemerkt: Diese Schmerzen heilen mit der Zeit. Und ich habe gelernt, richtige Freunde auszusuchen und sich von falschen zu entfernen.

    Wünsche dir viel Erfolg.

    lg Maria

  • Das stimmt, sie ist in der Tat Psychologin. Ich finde man merkt es auch am reden und wie sie die Themen angeht. Ich bin durch Zufall auf den Blog gestossen 🙂

    Ja, richtige Freunde, Umfeld und eine gute Therapeutin können wirklich viel bewirken, wenn es einem sehr schlecht geht und man selber nicht weiss, wie man den ersten schritt gehen muss, um da herauszukommen. Viele scheuen sich zu einer Therapie zu gehen. Dabei ist nichts verwerfliches oder peinliches da dran. Ich finde es super, wenn man sich Hilfe sucht.

  • Echt schöner Blogg! Die Frage ist immer bei den Frauen aktuell! Sie wissen nicht, was sie wollen, egal wie alt sie sind! Und Fotos sind auch super! Habe ich zufällig getroffen, aber bin sehr zufrieden. Wünsche viel Freude im Leben!

  • Vielen lieben Dank. Frauen sind im Hirn aufgrund ihrer Hormone anders gestrickt als Männer. Das ist ein genetisches Problem 😉 Frauen denken verneetzt und „denken zuviel nach“. Während der Mann gradlinig denkt. Wissenschaftlich kann man das alles sehr gut erklären. Aber das bringt „Betroffene“ ja nicht weiter. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wirklich nur Frauen über ihr Leben nachdenken, dneke dass Männer dies auch tun, aber anders. Männer mit einer weiblichen Hirnarchitektur denken vermutlich genauso viel über das Leben nach wie Frauen 🙂

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