KRIYA YOGA

Der Name Kriya Yoga setzt sich aus Sanskritsilben  zusammen. Kri steht für die Durchführung von Taten und das Handeln im täglichen Leben. Ya bedeutet, die Aufmerksamkeit ständig auf das innere, unsichtbare Selbst zu richten. Yoga meint nichts anderes als Einheit. Bei vollkommener Konzentration des Geistes entsteht diese Einheit durch Verschmelzen des individuellen Bewußtseins mit dem Höchsten Bewußtsein. Kriya Yoga ist eine Kombination aus Hatha Yoga, Karma Yoga, Raja Yoga und Bhakti Yoga, die zu Jnana Yoga und Gotteserkenntnis führt. Anhand von leichten gymnastischen Übungen, Atem- und Meditationstechniken erlangt der Geist Ruhe, Frieden und die Konzentrationsfähigkeit wird gefördert. Zusätzlich verleiht Kriya Yoga Gesundheit, Schaffensfreude, Entschlußkraft und ein Gefühl universeller Liebe und Harmonie mit den Mitmenschen und der Gesamtheit der Schöpfung. Man überschreitet die Einschränkungen des Körpers, des Verstandes und des Egos. Durch regelmäßiges Üben verleiht Yoga intuitive Kräfte und führt den Menschen zur Vollendung, der Verwirklichung des Selbst. Die Techniken des Kriya werden nur mündlich von Meister zu Schüler weitergegeben. Ziel ist sich stets und bei allem Tun bewußt zu sein, daß es die Seele ist, die die Tätigkeiten vollbringt.

Ursprünglich war Kriya Yoga nur den Swamis (asketisch lebende Mönche) vorbehalten. Später wurde das Wissen weitergegeben und lange Zeit war nur bestimmten Personenkreisen die Technik vorbehalten gewesen. Außerhalb von Klöstern und Einsiedeleien waren es Könige und weitere Führungspersonen, die eine große Verantwortung für die Gesellschaft trugen. 1861 wurde dies etwas gelockert, damit auch der normal Sterbliche die Kriya Technik erlernen konnte.

Was genau geschieht während des Praktizieren von Kriya Yoga?

Kriya Yoga lernt man nicht von heute auf morgen. Es erfordert eine ungemeine Disziplin. Durch regelmäßiges meditieren kann die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins enorm beschleunigt werden. Mit der Praxis der Kriya Yoga Atemtechnik wird der Sauerstoffanteil im Körper extrem gesteigert. Die Lebensenergie (Prana) und die Zellen des Körpers werden in einem spirituell magnetisierten Zustand gehalten. Dadurch wird das Herz in seiner Pumparbeit entlastet und der Alterungsprozess verlangsamt. Alle Organkreisläufe des Körpers werden ausgeglichen und in einen glückseligen, beruhigten Zustand geführt.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es eine Beziehung zwischen der Atemfrequenz und den Schwankungen zwischen den verschiedenen Geisteszuständen gibt. Wenn die Aufmerksamkeit voll und ganz in Beschlag genommen ist, atmet ein Mensch sehr langsam. Wenn wir Furcht, Lust, Zorn oder andere negative Emotionen fühlen, atmen wir schneller und ungleichmäßig. Beispielsweise atmet ein Affe 32 Mal pro Minute im Gegensatz zu einem Menschen, der nur etwa 18 Mal pro Minute Luft holt. Lebewesen, die ein sehr hohes Alter erreichen haben eine geringe Atemfrequenz. Die Schildkröte atmet nur 4 Mal pro Minute und erreicht ein Alter bis zu 300 Jahren.

Unser menschliches Herz schlägt und durch das Atmen nehmen wir Sauerstoff auf, um das angesammelte Kohlendioxid zu oxidieren. Der Stoffwechelprozess wird gestartet. Die Kriya Yoga-Atmung führt zu einer höheren Sauerstoffaufnahme, wodurch das Herz und die Nerven entlastet werden. Das Blut wird de-karbonisiert und danach wieder mit Sauerstoff aufgeladen. Dieser zusätzliche Sauerstoff verjüngt das Gehirn und die Wirbelsäulenzentren indem die Akkumulation venösen Blutes gestoppt wird. Sprich ein geübter Yogi kann den Verfall des Gewebes anhalten und somit den Alterungsprozess entscheidend verlangsamen. Verfall und Mutation im Körper werden durch die zusätzliche Lebenskraft (Einatem) und dem Ausatem gestoppt. Ein bewusster und kontrollierter Atmenzug wirkt entspannend und kann einen entscheidenden Einfluß auf unseren Körper sowie Geist nehmen.

Meine Kriya Yoga Erfahrungen

Als ich mich das allererste Mal mit Yoga und speziell mit Kriya Yoga befasste, ging ich an die Sache völlig unvoreingenommen heran. Zu jenem Zeitpunkt war ich völlig entspannt. Ich konnte ohne Probleme mich im “Flow” bewegen und spürte, wie die Atemtechniken und Übungen sich positiv auf mich auswirkten. Außergewöhnliche Erfahrungswerte wie andere sie beschrieben hatte ich nicht. Ich spürte lediglich ein Gefühl des Glücks, pure Gelassenheit und die Anwesenheit der anderen durch Wärmeenergie. Es gab Praktizierende, die durch jahrelanges Training Auren sehen konnten, manche fanden Antworten auf bestimmte Fragen, die sie seit langem hatten und dann gab es welche, die in der Lage waren sich von ihrem Körper zu lösen. In jungen Jahren hatte mein Onkel sich auch viel mit Yoga beschäftigt und beherrschte die Technik des Loslassens so gut, dass er selbst in der Lage war seinen Geist vom Körper zu lösen, um so besser zu meditieren. Er erklärte mir, dass er wie üblich im Lotussitz saß und sein Geist über seinem Körper schwebte. Das Gefühl beschrieb er als unbeschreiblich. Man fühlte sich einfach nur glücklich und war mit sich und der Welt im reinem.

Wie ich bereits in einem meiner vorherigen Beiträge erwähnte, bin ich rein zufällig zum Kriya Yoga gekommen. Natürlich habe ich mich lange Zeit vorher schon mit der Thematik Spirualität und Religion beschäftigt, weil mich neben der Glaubensfrage, die Zusammenhänge aller möglichen Religionen interessiert, ebenso der  geschichtliche Hintergrund. Die Welt führt so viele Kriege wegen des Glaubens, was meiner Ansicht nach falsch ist. Denn wenn die Menschheit sich einmal mit der kompletten Thematik befasst hätte, würde man sehen, dass alles zusammen gehört. Jedes Schrfitstück, jedes Buch und jede Überlieferung alle Jahrtausende ist wie ein roter Faden aufgebaut, dem man nur zu folgen braucht. Es gibt keine wahre Religion, denn in allen steckt eine Gemeinsamkeit. Wenn es überhaupt eine “wahre Religion” geben sollte, müsste es dann nicht die allererste sein, die es auf der Erde gab? Die älteste Religion würde dann der Hinduismus darstellen, da dieser seine Anfänge bereits vor über 3000 Jahren vor Christus hatte. Alle anderen Religionen sind weitaus jünger.

Aber ich habe nicht mit Yoga begonnen aufgrund einer Glaubensansicht oder um Spirualität zu erlangen. Mir ging es in erster Linie darum, dass Loslassen zu lernen. Speziell die letzten Jahren waren sehr stressig und ich habe immer mehr verlernt richtig zu entspannen. Leider habe ich Yoga nicht regelmäßig betrieben, um mich nicht vom Stress und meiner eigenen Gedanken verrückt machen zu lassen. Somit tat es mir gut, dass ich nach unserem Amsterdam Sightseeing Trip den Kriya Workshop besuchte. Geleitet wurde der Kurs von dem Mönch und Arzt Swami Paramahansa Atmananda, der von frühester Kindheit an mit den Grundsätzen des Yoga vertraut ist und seit 1973 andere in die Kunst des Kriya einweiht. Seine fachärztliche Ausrichtung als Neurologe hat dazu beigetragen, die mystischen Lehren des Yoga auch auf einer wissenschaftlichen Ebene zu erschließen. Swami Atmananda betreut weltweit mehrere Yogazentren. Er leitet auch Seminare zur Streßbewältigung für Fach- und Führungskräfte aus Industrie und Wirtschaft.

Auf dem Seminar gab es weder Fernsehen, Radio oder andere Dinge, die einen ablenkten. Somit konnten die Seminarteilnehmer sich voll und ganz auf die Meditation konzentrieren. Es war um ehrlich zu sein eine richtige Erleichterung sich nicht mit dem Internet oder dem Smartphone auseinerzusetzen. Es gab keine Zeit sich Gedanken über irgendwelche Termine zu machen. Der Fokus lag wirklich nur auf die Meditation und der gemeinsame Erfahrungsaustausch. Während der Tage merkte ich, wie viel entspannter ich wurde. Kaum war der Workshop vorüber, bedauerte ich das Ende.

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