KÖRPER & GEIST STÄRKEN DURCH DIE NATUR

Streß: Er wurde nur 30 Terminkalenderjahre alt

Gerhard Uhlenbruck

Hamburg ist weltbekannt für sein unglaublich charmantes Wetter. Als Tourist achtet man penibel darauf bloß nicht in den Genuss von Regenschauer zu kommen. Wer will auch Hamburg schon von seiner tristen Seite erleben? Als Einheimischer will man einfach nur wissen, ob man den Regenschirm oder die Windjacke  wieder einpacken muss. Hamburg zählt leider nicht zu den sonnigsten Regionen Deutschlands. Nichtsdestotrotz gehört Hamburg mit zu den schönsten Hafenstädten Europas. Ich liebe unsere HafenCity und bin unglaublich dankbar dafür, dass ich jahrelang die Chance hatte vor Ort arbeiten zu können. Wer direkt nahe der Elbphilharmonie in einem Bürokomplex arbeitet mit Blick über den Hafen, kann sich kaum satt sehen an dem Panorama.

Die Aussicht ist einfach sensationell. Doch wie es so oft im Leben ist, nimmt der Job einen sehr großen Part ein. Wer viel arbeitet und kaum Luft zum atmen hat, sieht irgendwann die Schönheit um sich herum gar nicht mehr. Seit dem ich rund um die Uhr mit mehreren Jobs beschäftigt bin, habe ich oft das Gefühl zu ersticken. Ich habe mich in das Hamsterrad selbst verfrachtet und renne wie eine Irre darin herum. Nur schwerfällig wie in einer Tretmühle komme ich voran. Mein Akku ist nahezu aufgebraucht und schreit nach Erholung. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass ich die letzten paar Jahre überhaupt keinen Urlaub mehr hatte. Ich hatte keine Freizeit, wo ich einfach mal wieder ins Ausland gefahren bin, um mich kulturell weiterzubilden. Das ist nämlich etwas, dass ich sehr liebe.

Wegfahren, entspannen, neue fremde Eindrücke aufnehmen und den Horizont zu erweitern. Ich war 24 for 7 nur mit meiner Arbeit beschäftigt. Ich bin es noch immer, um ehrlich zu sein. Doch irgendwann kommt man einfach an einem Punkt, wo es nicht mehr geht. Der permanente Stress macht dem Körper und auch dem Geist zu schaffen. Ich finde mich ganz häufig in Situationen wieder, wo ich mich völlig überfordert fühle. Banale Aufgaben, die man nach und nach erledigen könnte, erscheinen mir manchmal wie unüberwindbare Hindernisse. Die Panik alle Aufgaben nicht zeitnah erledigen zu können, bescheren mir teilweise Bauchschmerzen. Natürlich ist mir klar, dass ich meinen Stresspegel unbedingt reduzieren muss, bevor er mich richtig krank macht.

Eine Freundin sagte mir vor einiger Zeit selbst, „Du musst dir eine Auszeit nehmen, sonst klappst du zusammen. Du bist kurz vor einem Burnout!“ Im Grunde hat sie recht. Es ist immer einfacher gesagt als getan. Aktuell arbeite ich daran einen Weg für mich zu finden. Ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass ich 3 Jobs ausgeübt hatte. Ich befand mich mehrfach in dieser Situation. Das war wie eine Art On-Off-Beziehung mit den Berufen. Ich kann nur jedem davon abraten mehrere Jobs in Vollzeit auszuüben. Die Gesundheit geht den Bach herunter und euer neuer bester Kumpel heißt „Schlafmangel“. Man könnte sich fragen, warum ich mir das angetan habe. Ich habe ein sehr genaues Ziel vor Augen. Damit ich mich über Wasser halten kann, muss ich Wege in Kauf nehmen, die nicht der Gesundheit unbedingt dienlich sind.

Eine andere Freundin von mir, ist immer völlig erstaunt, wie ich alles unter einem Hut bekomme. Zeitmanagement ist alles. Trotzdem sollte man Auszeiten einplanen, die habe ich geflissentlich ignoriert. Mein Problem ist mein Perfektionismus, denn der treibt mich zu Höchstleisungen an. Er ist Fluch und Segen zugleich. Ich habe mir aber fest vorgenommen wieder zu mir zu finden. Einfach darauf hören und vertrauen was mir gut tut. Selbst wenn man aktuell gefangen in der „Streßblase“ ist, gibt es Möglichkeiten sich wieder ein wenig zu fangen. Mir ist aufgefallen, dass Spaziergänge in der Natur meinen kreativen Geist fördern. Sobald ich einen Park oder ein Waldstück betrete, kann ich abschalten. Das Grün beruhigt ungemein und das ist nicht nur so ein Gefühl, sondern wissenschaftlich bewiesen.

Ein Spaziergang durch den Wald stärkt das Immunsystem

Die Natur schafft es uns zu beruhigen. Die Herzfrequenz und die Adrenalin-Ausschüttung werden durch den Spaziergang im Grünen gesenkt. Dadurch sinkt ebenfalls der Stresslevel und angespannte Muskeln lockern sich. Außerdem wird bei so einem Spaziergang die Lungenkapazität gesteigert sowie der Blutdruck gesenkt. Nebenbei werden im Körper Killerzellen aktiviert, die Krebszellen fressen. Während der Wanderung durch das Grüne wird nicht nur unser Kopf „durchlüftet“, unsere Laune verbessert sich merklich. Denn die Farbe Grün hat einen positiven Einfluss auf unser Empfinden. Sie steht für Sicherheit und Hoffnung. In der Farbtherapie wird grün bei Herzkrankheiten, Trauer, Wut und Liebeskummer eingesetzt.

Vor kurzem erst waren Julia und ich für ein paar Projekte wieder unterwegs. Ein Shooting war an der Elbe angedacht, doch das Hamburger Wetter hatte anderes im Sinn. Also verschlug es uns nach Planten un Blomen. Selbst bei Regen lohnt sich ein Ausflug dorthin. Man kann einen schönen Spaziergang durch die Schaugewächshäuser halten. Teilweise kommt gar etwas Dschungel Feeling auf. Die Gewächshäuser sind in verschiedene Areale aufgeteilt mit unterschiedlichem Klima. Mittendrin gibt es Sitzmöglichkeiten, um das kleine Paradies auf sich wirken zu lassen. Wir nutzten die Gelegenheit und genossen auf einer Bank unsere Latte und Donuts. Frisch gestärkt und mit viel neu gewonnener positiver Energie nahmen wir unser Tagesprojekt in Angriff. Planten un Blomen ist für mich wie eine kleine Auszeit.

  • Bluse | Shein
  • Jeans | Zara
  • Kette | Luna I
  • Tasche | SassyClassy

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