ICH HABE NICHTS ZUM ANZIEHEN

Ich habe nichts zum anziehen!

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass man auf unseren Straßen höchst selten nackte Frauen trifft, obwohl doch fast keine etwas zum Anziehen hat?

Peter E. Schumacher

Ich stehe wieder einmal vor meinem Kleiderschrank und überlege fieberhaft was ich anziehen könnte. Irgendwie verstehe ich selber nicht mehr, warum ich das Gefühl habe so rein GAR NICHTS passendes zu besitzen. Verzweifelt wühle ich im Schrank. Ich ziehe ein Teil nach dem anderen heraus. Keines scheint gut genug. Der Frustpegel steigt. Genau wie hiner mir der Kleiderhaufen sich türmt. Ein Schritt nach hinten und ich stolpere über meinen selbst gebauten Haufen. Wütend drehe ich mich um und versuche den Haufen wegzukicken mit bedingtem Erfolg. Aus irgend einem Zimmer vernehme ich die Stimme meines Freundes. „Bist du bald fertig? Ich will los!“ Angenervt erwiedere ich. „Ich bin noch lange nicht fertig!!!“ „Dann fahr ich ohne dich, wenn das da noch länger dauert! Du wirst ja wohl was zum anziehen finden!“ „Dann fahr doch ohne mich!

Ich werde wohl nackt gehen müssen. Ich finde einfach nichts zum anziehen!“ Ich fühle mich wie ein Vulkan der kurz vor einer Eruption steht. Mit erhöhtem Druck bei der Kleiderwahl komme ich nicht klar. Ich schnappe mir einen Teil vom Haufen und renne ins Bad. Wenn sich nichts finden lässt, muss ich improvieren. Der Mustermix wird es schon richten. „Endlich! Können wir dann jetzt los?“ fragte mein Freund leicht genervt. Den Satz hätte er sich schenken können. Er sah doch wohl, dass ich jetzt bekleidet vor ihm stand. Ich blieb schweigsam. Der innere Vulkan war noch nicht abgekühlt. Es erstaunt mich immer wieder aufs neue das Männer sich um ihre Kleiderwahl so überhaupt keine Gedanken machten. Während ich nahe eines Nervenzusammenbruches scheine, aufgrund mangelnder Auswahl, zieht mein Freund sich wie zufällig irgendwelche Teile

aus dem Schrank. Das Motto ist ganz klar, was nicht passend ist, wird passend gemacht. Neulich sprach ich ihn auf seinen Kleidermix an. „Wieso? Passt doch zusammen. Überall ist blau mit drin.“ „Du kannst doch nicht ein kariertes Hemd mit einer Blumenshorts und bunten Turnschuhen kombinieren. Da passt gar nichts zusammen, auch wenn da blau mit drin ist. Das ist einfach nur bunt.“ Als ihm heiß wurde unterwegs, knöpfte er sein Hemd auf. Darunter lugte sein alles geliebtes Sensemann Shirt hervor. Das Teil rundete die wilde Kombination ab. Mir blieb die Spucke weg. Was gab es da noch zu sagen. Eine Zeit lang hatte ich ihm Sachen zum anziehen besorgt. Das meiste davon wurde einfach ignoriert. Ist nicht sein Style. Gut, dann eben nicht. Dann kaufe ich eben keine It-Pieces mehr für ihn. Mode ist eh relativ und Geschmackssache. Mein blutendes

Modeherz wird es schon verkraften. Oft habe ich mich gefragt, wie so etwas sein kann. Jemand der beruflich das Auge dafür hat Räume zu verschönern und darin Geschmack beweist. Warum kann er das nicht in der Klamotte wiederspiegeln. Ein Rätsel, welches ich wohl nicht mehr lösen werde. Aber auf die Freundin hört man eh nicht so gern. Wenn Fremde da etwas empfehlen, wird das gleich ganz anders aufgenommen. Also verlass ich mich da auf das Umfeld. Modetechnisch halte ich einfach künftig die Klappe. Ich bin eh zu sehr mit meinem eigenen Modedilemma beschäftigt. Normalerweise ist Sonntag unser „Gammeltag“. Kurz gesagt, man trägt was gefällt. Vorzugsweise ist das der Jogger. Ich bin ein absoluter Befürworter von Jogginghosen. Es gibt keine andere Hose auf der Welt in der es sich so gut fläzen lässt.

Zuhause brauche ich es einfach bequem. Diesen Sonntag wurde jedoch nicht gefaulenzt. Punkt 7 Uhr morgens habe ich mich in mein Ankleidezimmer verzogen und ausgemistet. Gegen 15 Uhr war ich völlig erledigt. Ich hab ganz viele Kleidungsstücke gefunden. Leider alles Sachen, die zur Zeit nicht mit mir auf einer Welle sind. Also wurden sie in Kartons verbannt. Nun warten die Insassen auf Befreiung beim nächsten Flohmarkt. Während meiner Aktion, die mein Freund erst gegen Mittag mitbekam als er das Bett verließ, musste er gleich wieder seinen Umnut freien Lauf lassen. „So kann ich nicht saugen! Ich will außerdem gleich Radfahren!“ „Du kannst doch zuerst die anderen Räume saugen. Du musst ja nicht den Flur als erstes saugen!“ „Der Flur ist das Verbindungsstück aller Räume! So kann ich nicht saugen!“

„Nicht dein ernst! Dann saugst du eben nicht.“ Das war mir echt zu dumm. Der Vulkan erwachte wieder im Inneren. Ich versuchte tief durchzuatmen. Irgendwie arrangierten wir uns. Dann hieß es 3 Stunden durch die Weltgeschichte radeln. Gut, wir radelten unsere „Hood“ ab. Die letzte Stunde wurde feucht fröhlich. Zuerst machten wir Halt am Eiscafe. Ich gönnte mir einen Erdbeerbecher mit 4 großen Kugeln Eis und einen Cappuccino. Es war beinahe zu viel. Mein Freund verputzte lediglich 2 Kugeln. Richtung Heimat machten wir einen weiteren Stopp, weil plötzlich meinen Freund der Hunger packte und er der Meinung war fast 3 Stücke Kuche noch essen zu müssen. Danach wollte er wohlgemerkt zu hause noch Essen kochen. Mir wurde beim Gedanken schon ganz schlecht. Kein Wunder, dass ich immer neue Kleidung kaufen muss ;P

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2 Comments

  • Ich liebe die Location einfach, wirklich super.
    Treppen muss ich auch noch mal ablichten.
    Und der Look ist einfach super. Mit Streifen bekommt man mich eh immer und die Hose steht dir so gut 😀

    alles Liebe deine Amely Rose schau dir gerne meinen London Vlog an

  • Hallo liebe Amely, vielen lieben Dank. Ja, Treppen solltest du unbedingt noch mit einem Look kombinieren. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so gut gefällt 🙂
    Gerne schaue ich mir deinen Vlog an 🙂

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