EVERYBODY’S DARLING

Fakt ist man wird niemals Everybody’s Darling sein. Es wird immer Menschen geben, die einen aus irgendwelchen Gründen nicht leiden können. Da kann man noch so bemüht sein die Person vom Gegenteil zu überzeugen. Natürlich wäre es in unserer rosaroten Welt schön, wenn alle sich mögen und ganz fürchterlich liebhaben würden, aber in der Realität sieht es nun einmal anders aus.

Mein erstes Erlebnis hatte ich mit ungefähr 4 Jahren. Wir waren mit dem Auto zu Freunden meiner Eltern gefahren. Diese hatten zwei Kinder. Das Mädchen war in meinem Alter und ihr Bruder war 3 Jahre jünger. Ich freute mich riesig auf das Spielen mit den beiden. Kaum waren wir angekommen, hatte mich auch schon ein hübsches Mädchen mit Engelslöckchen auf den Kieker. Sie hieß Nicole aka Niki. Niki war alles andere als amused mich zu sehen. Sie spießte mich förmlich mit ihren Blicken auf. Als keiner in unsere Nähe war, kam sie auf mich zu, zerkratzte mir das Gesicht und meinte „Ich hasse dich! Du wirst nicht mit uns spielen!“

Völlig perplex stand ich da. Ich sagte ihr, dass wir uns doch kennenlernen könnten und gemeinsam spielen könnten. Doch sie wollte das partout nicht und begann erneut auf mich loszugehen. Ich wehrte mich nicht, denn ich wollte ihr zeigen, dass ich nichts gegen sie hatte. Ich wollte ihre Freundin werden. Kurze Zeit später bemerkten unsere Eltern was da vor sich ging. Das Ergebnis, Niki bekam ärger von ihrer Mutter und ich wurde ins Auto verfrachtet und eingeschlossen, damit Niki mich nicht erneut attackieren konnte. Unfairerweise musste ich dort so lange ausharren bis wir wieder nach Hause fuhren.

Mit 8 Jahren wurde mir auf dem Spielplatz von einem älteren Jungen gesagt, so hässlich wie ich aussehe und so bescheuert wie ich sei, würde ich niemals später einen Freund bekommen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich natürlich absolut keinen Schimmer was er denn mit „Freund“ meinte, aber dennoch hatte er mich sehr verletzt mit seinen Worten. Auch ihn fragte ich, was ich ihm denn getan hätte, er kenne mich doch gar nicht. Doch das war ihm logischerweise herzlich egal.

Während meiner Teenagerzeit durfte ich etliche ähnliche Äußerungen über mich ergehen lassen. Ich musste feststellen, dass es egal war in welchen Alter man sich befand, es würde immer Leute geben, die einen ungefragt laut ins Gesicht sagten, was sie von einem hielten. Das Problem an der Sache war nur, man beginnt irgendwann plötzlich an sich zu zweifeln.

Jeder Blick in den Spiegel wird kritischer und man hinterfragt sich verstärkt, bin ich wirklich so ein nicht liebenswerter Mensch. Gerade in der sensiblen Pubertätsphase, wo die Hormone am durchdrehen sind, ist man besonders empfänglich für negative Botschaften. Lange Zeit hatte ich mich von dem Gedanken verabschiedet, dass ich je einen Freund bekommen würde aufgrund der vielen unschönen Äußerungen. Auch hatte ich mich damit abgefunden, dass

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viele Menschen denen ich begegnete mich einfach nicht mochten. Ich war unendlich froh, dass es dennoch Personen in meinem Leben gab, die mich mochten und mit mir befreundet sein wollten. Dennoch war ich unendlich traurig. Ich wollte einfach nicht in die Schubalde „Hässlich & bescheuert“ gehören. Wer wollte denn schon als unattraktiv und blöde abgestempelt werden? Niemand! Ich finde auch, dass niemand es verdient hat von anderen Personen derart nieder gemacht zu werden. Im Grunde zeigt so etwas doch von einem miesen Charakter.

Mit der Zeit lernt man eine Mauer um sich herum zu errichten, um einfach nicht mehr so verletzlich zu sein. Immer wenn ich neue Menschen kennenlernte war ich zurückhaltend, vorsichtig und versuchte nicht mehr als nötig zu sagen. Erst wenn ich feststellte, dass die Person an mir Interesse zeigte, wurde ich aufgeschlossener. Selbst in der Berufswelt gab es schwierige Momente. Als jüngstes Mitglied in einer Firma lernte ich recht schnell, dass man in einer reinen Frauenabteilung auch neue Feinde gewinnen konnte.

Manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass das Märchen Aschenputtel gar nicht so weit hergeholt war. Ich war zu Beginn des Berufslebens recht erstaunt, wie viel Falschheit doch vorherrschte. Personen, die meine Arbeit als ihre ausgaben, mit Absicht mir fremde Fehler unterjubelten oder mich geschickt mobbten. Ging man selber dagegen vor, wurde einem als neues Arbeitsmitglied nicht geglaubt. Es war schon ungerecht. Da konnte ich persönlich nur für mich ein Résumé ziehen. Ich räumte freiwillig meinen Arbeitsplatz.

Mittlerweile hatte ich recht gut erkannt, dass es wahrlich eine Traumvorstellung ist, zu glauben, dass man überall auf Wohlwollen stößt. Das schöne an einer Folge verschiedenster negativer Erlebnisse ist, dass sie einen prägen. Man weiß also recht genau, was man nicht mehr erleben möchte. In meinem Kopf führte ich eine pro und contra Liste.

Ebenfalls hinerfragte ich mich, was ich von meinem Leben erwartete und in welche Richtung es laufen sollte. Es gibt Menschen, die scheinen Everybody’s Darling im wahrsten Sinne des Wortes gerecht zu werden.

Sie sehen nicht nur von Kopf bis Fuß perfekt gestylt aus, sondern sind zu dem auch unglaublich sympathisch und scheinen eine Schar von Freunden zu haben. Manche von Ihnen scheinen sogar das Glück für sich gepachtet zu haben. Oft habe ich solche Phänomene bewundert und wäre auch gern Teil davon. Doch prägende Ereignisse und viele steinige Wege die ich bereits zurück gelegt habe,  erinnern mich immer wieder daran, dass ich für meinen persönlichen Erfolg kämpfen muss.
Zu Beginn empfand ich das oft als sehr ungerecht. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass es so ist. Das wichtigste im Leben ist doch, dass man seine Ziele, Wünsche und das persönliche Glück nicht aus den Augen verliert. Wer fest an sich glaubt, kann Träume wahr werden lassen. Nur wenn man an sich selbst glaubt, glauben auch andere an einen. Und glaubt mir, man muss und kann nicht Everybody’s Darling sein.

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8 Comments

  • Ich habe dienen Beitrag sehr gerne gelesen, weil einfach alles so wahr ist! Ich habe (zum Glück) keine so schlimmen Erfahrungen gemacht, aber ich erinnere mich noch gut an meine Zeit, mit 14, als ich eine Zahnspange trug und mich so extrem hässlich fühlte. da sagte ein guter Freund zu mir, an den ich sehr oft denke : „Eine schöne Frau kann nichts entstellen“. Wenn ich mich mal nicht gut fühle, denke ich einfach an seine Worte 🙂 Manchen Menschen ist gar nicht bewusst, wie viel Schaden man mit Worten anrichten kann. Auf dem Weg ins Arbeitsleben war ich leider auch etwas naiver, viel zu nett und habe spo gar niemanden als „Feind“ empfunden (wieso auch, wir arbeiten doch alle für die selbe Sache). Das Ende vom Lied ist manchmal ernüchternder als man sich hätte ausmalen können. Ich glaube auch, dass das der Grund dafür ist, wieso sich viele Blogger selbstständig machen und ihren bisherigen Beruf kündigen: Die Freiheit selbst zu entscheiden, was man tut und mit wem man Kontakt hat. Wenn ich meine Blogbeiträge schreibe, ertappe ich mich oft dabei, dass ich versuche verschiedenen Gruppierungen nicht auf die Füße zu treten, was wirklich schwer ist. Eigentlich unmöglich, denn am Ende mag dich doch dann eh nur der, der dich echt mögen möchte 🙂
    Melina ♥
    http://www.melinaalt.de

  • Liebe Melina,
    vielen lieben Dank. Ich freue mich, dass du das genauso empfindest. Du hast recht als Blogger ist man freier und ich liebe was ich tu. Aber es stimmt manchmal ertappe ich mich auch dabei darauf zu achten andere nicht unbewusst zu verletzen, aber dann denke ich, man kann es sowieso nie jedem recht machen 🙂 Hab einen tollen tag.

  • Also ich glaube, dass die Leute, die angeblich Everybody’s darling sind, ganz viel spielen… Zumindest ist das meine Erfahrung 😉 Und vor allem sind die dann so sehr damit beschäftigt, es allen recht zu machen, dass sie gar nicht dazu kommen, sich um das zu kümmern, was sie wollen… Nicht jedermanns Liebling zu sein ist definitiv die bessere Entscheidung 🙂

  • Hey Svenja,
    Sehr gut geschrieben und sowas von wahr. Man kann es nicht jedem Recht machen, obwohl man sich die heile Welt wünscht. Auf der anderen Seite muss man ja mal ehrlich sein, dass man auch nicht jeden mag. Es gibt sicher Menschen, die findet man nicht sympathisch. Was mich oft nur traurig macht ist, dass die Menschen bzw. viele sich dann oft nicht einfach akzeptieren und sich dann in Frieden lassen anstatt zu sticheln und zu mobben. Wäre auch viel entspannter.
    Egal wo es wird immer solche Biester geben und mal ist man empfänglich und mal ist es einem egal… an den wenigsten gehen gewisse Dinge spurlos vorbei.
    Deshalb ein toller Artikel! Man muss sich immer wieder sagen… sch… drauf ich bin zufrieden mit mir selbst und meine guten Freunde auch.. also tangiert mich das nicht
    Lg Sandra

  • ja, da gebe ich dir so recht. Leider wird es immer Menschen geben, die andere nicht in Ruhe lassen können und herum sticheln müssen. Aber es lebt sich besser damit, wenn man sich nur auf die Menschen konzentriert, die einem wichtig sind. Genau – SCHEISS drauf 😀

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